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24. 01. 2019

„Wir“ während der Fruchtbarkeitsbehandlung: Über Kommunikation, Sex und Pflege der Partnerschaft

Arzttermine, psychischer Druck und ständiges Hoffen, dass die Behandlung erfolgreich ist: Paaren, die sich für IVF entschieden haben, steht eine emotionale Zeit bevor, die einen großen Einfluss auf die Qualität der Beziehung haben kann. Bei all den Verpflichtungen und Gedanken, die mit einer Behandlung einhergehen, ist es umso wichtiger, die Partnerschaft – den Menschen, mit dem man sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht – nicht zu vernachlässigen. Wir verraten euch, warum Kommunikation, Beziehungspflege und Sex gerade jetzt so wichtig sind. Und was ihr vermeiden solltet.

Das A und O: Miteinander reden

Kommunikation ist gerade während einer IVF-Behandlung mehr denn je der Eckpfeiler einer jeden Beziehung. Damit die Partnerschaft nicht leidet, solltet ihr offen über Gefühle, Ängste und Standpunkte sprechen. Wichtige Entscheidungen sollten offen diskutiert und nicht tabuisiert werden; das gilt insbesondere auch für unangenehme Themen, wie die Länge der Behandlung oder das weitere Vorgehen, falls die Behandlung fehlschlagen sollte. Versucht das Positive zu sehen: Einige Paare finden, dass ihre Beziehung durch die gemeinsame Konzentration auf die Situation gestärkt wird, und dass die Behandlung sie näher zusammenbringt.

 

Unterschiede in der Kommunikation

Gerade am Anfang einer Behandlung ist es für viele Paare eine Herausforderung, miteinander über ihre Unfruchtbarkeit zu reden. Häufig fällt es Frauen leichter, über die Situation zu sprechen und sie offen zu reflektieren. Manche Männer sind dagegen nicht in der Lage, offen ihre Gefühle auszudrücken, was zu Verunsicherung führen kann. Es ist wichtig, den individuellen Umgang mit Emotionen und den Gesprächsbedarf des Partners zu respektieren und es nicht als böse Absicht einzustufen, wenn der Partner weniger über die Gefühlswelt spricht. Das heißt nicht, dass er sich emotional entfernt hat oder ihn das Thema nicht ebenso beschäftigt.

 

Ab in die Kiste? Kein Stress im Bett

Während einer IVF-Behandlung kann es vorkommen, dass der Sex funktioneller wird und das Ziel der Befruchtung im Vordergrund steht – noch vor Aspekten wie Nähe und Lust. Der dringende Kinderwunsch kann zum Verlust des leidenschaftlichen, spontanen Sex führen. Das liegt daran, dass viele Paare der IVF-Behandlung sehr viel Platz in ihrem Leben einräumen. Die Tatsache, dass sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, drückt die Intimität, Romantik und Erotik. Einige Männer haben Probleme damit, beim Sex zu entspannen und sehen sich unter Druck gesetzt, Sex wird so zum Mittel zum Zweck. Frauen hingegen plagen während des Sex Gedanken, ob es gerade „klappt“. Angst, Frustration oder das Gefühl des Versagens führen zu Stress – das beeinträchtigt die Fruchtbarkeit. Deshalb ist es wichtig, dass ihr Sex nicht als funktionelles Mittel anseht, sondern den Körper des Partners und die gemeinsame Lust in den Mittelpunkt stellt – kein Stress im Bett!

Nehmt euch Zeit für euch als Paar, brecht aus bestehenden Mustern aus und probiert im Bett auch einmal etwas Neues. Testet Sex an anderen Orten oder zu für euch unüblichen Tageszeiten. Oft bringt Abwechslung mehr Lust. Es gibt keine Regeln. Alles, was euch guttut und Spaß macht, ist der richtige Weg!

 

Einige Dinge, die ihr beachten solltet

  • Sex ist kein Wettkampf: Bewahrt eure Sexualität, nehmt euch Zeit für Erotik – so klappt es mit dem Kinderwunsch am besten.
  • Hört euch zu: Offen über Gefühle und Ängste zu sprechen, stärkt eure Beziehung und gibt Rückhalt während der Behandlungszeit. Wer, wenn nicht euer Partner, kann in dieser Phase eure Sorgen besser nachvollziehen und nachempfinden?
  • Schweigen akzeptieren: Männer und Frauen gehen oft unterschiedlich mit ihren Gefühlen um. Verlangt von eurem Partner nicht, dass er genauso intensiv über seine Gefühle spricht, wie ihr es tut. Schweigen ist kein Ausdruck von Desinteresse oder Gefühlslosigkeit.
  • Keine Schuldzuweisungen: Wenn eine Behandlung nicht erfolgreich war, beschuldigt nicht euren Partner. Vermeidet Sätze wie „du hast immer…“ oder „du machst nie…“.
  • Im Hier und Jetzt leben: Nehmt euch die Zeit als Paar, die ihr braucht, um glücklich zu sein. Plant Aktivitäten und genießt das „Jetzt“. Denkt an euer Leben im Moment und in fünf Jahren: An welche Zeit und Gefühle möchtet ihr euch erinnern, wenn ihr zurückblickt?

 

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