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10. 05. 2019

Unsere beste Entscheidung! Ein gleichgeschlechtliches Elternpaar aus Spanien berichtet.

Die positive Energie, die von Alejandra Victoria Sánchez und Verónica Sánchez Mancebo ausgeht, ist nicht zu übersehen. Beim Besuch ihres Instagram Profilsoh.mamiblue“ kann man sich selbst davon überzeugen. Allerdings war für die Beiden das Erreichen ihres Familienglücks nicht einfach.

Sie mussten ihren eigenen Weg finden und konnten sich nicht auf Erfahrungen anderer Paare verlassen, weshalb Alejandra und Verónica ihre Geschichte jetzt mit uns teilen.

Ihre Geschichte ist die von einem Paar, das sich vorgenommen hat, ein neues Leben in diese Welt zu setzen. Entschlossen, diesen Weg gemeinsam zu gehen, trennten sie ganz klar ihre Rollen während des Prozesses: Alejandra (mit kurzem Haar) spendete ihre Eizellen, die später befruchtet wurden, und Verónica trug das Kind aus. Das Ergebnis ist eine glückliche Familie aus zwei Müttern, zwei Hunden, einem Sohn und viel Liebe. Wir durften an Momenten der Freude mit dem zweijährigen Sohn Álex teilhaben, ebenso wie an all ihren Reisen, am Kochen und an allem anderen, was eine Familie eben macht.

 

Wann habt ihr das erste Mal den Wunsch verspürt, Mütter zu werden? Hattet ihr ihn schon immer oder gab es einen Moment, in dem ihr euch dazu erst entschlossen habt?

Soweit ich mich erinnern kann, wollte ich schon immer Mutter werden und als ich Alejandra traf, gab es immer den Plan, irgendwann eine Familie zu gründen.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich an meinem 30. Geburtstag meinen Bauch unter der Dusche berührt und mir vorgestellt habe, wie es wäre, schwanger zu sein. Der Wunsch, Mutter zu werden, wurde immer größer. Wir haben dann diese „To-do-Liste“ erstellt mit Dingen, die wir vor unserem Mutterdasein erreichen wollten. Als wir die Liste abgehakt hatten, war der Zeitpunkt für eine Familiengründung genau richtig.

 

Wie habt ihr die Klinik gefunden? Wurde sie euch von Freunden/Bekannten empfohlen oder habt ihr selbst danach gesucht? Warum habt ihr euch für IMER entschieden?

Wir wussten von IMER durch eine Arbeitskollegin, die mit Hilfe der Klinik ihr Kind bekommen hat. Ihre Erfahrungen waren sehr positiv und sie hat uns vorgeschlagen dort hinzugehen. Heute können wir sagen, dass es die beste Entscheidung für uns war. Vor allem die Professionalität des Teams während der gesamten Behandlungszeit hat uns sehr gefallen.

 

Gab es einen Moment, in dem ihr dachtet, dass das vielleicht einfach zu schwer für euch beide ist, vor allem psychologisch?

Nein, aber ich verstehe, dass es für einige Leute schwer sein kann, damit umzugehen. Besonders wenn die Behandlung nicht sofort erfolgreich ist und man mehrere Versuche durchführen muss. Deshalb ist es sehr wichtig, mit der Behandlung zu beginnen, wenn die Partnerschaft solide ist und bereit sind, sich gegenseitig zu unterstützen.

Ich denke, die schwierigsten Momente für uns waren, als wir auf die Ergebnisse gewartet haben. Das ist eine Zeit voller Unsicherheit und Unruhe. Die Tage vergehen so langsam und man denkt ständig über die mögliche Schwangerschaft nach. Das Beste, was man tun kann, ist, sich abzulenken und zu beschäftigen. Das Schlimmste, was man machen kann, ist, im Internet nach Informationen oder Erfahrungsberichten zu suchen. Man sollte nicht ständig daran denken, ob man nun schwanger ist oder nicht. Ich weiß, das hört sich so einfach an, aber ich kann es nur empfehlen.

Habt ihr negativen, gesellschaftlichen Druck oder Kritik erfahren? Oder waren die Reaktionen eher überraschend angenehm und positiv?

Die meisten Reaktionen waren positiv und was die negativen Äußerungen angeht, haben wir tatsächlich viel daraus gelernt. Vielen Leuten fehlt es an Informationen über Diversität. Deshalb können wir helfen, das zu ändern, indem wir ohne Angst unsere Geschichte erzählen. Das hilft, eine bessere Welt ohne Vorurteile zu schaffen.

 

Bitte beschreibt eure Erfahrungen mit der IVF.

Ich erinnere mich noch genau an den Geruch und die Temperatur im Raum und an meine Atmung. Ich habe den Bildschirm beobachtet, während die Ärztin mir alles erklärt hat, was gerade passiert.

Ich habe die beiden Embryonen in diesem Katheter. Dann einen Blitz, als sie übertragen wurden. Ein kleiner Stern war in mir und 9 Monate später wurde unser größter Schatz geboren. Als die Behandlung zu Ende war, habe ich mich von der Ärztin verabschiedet und sie lächelte. Ich erinnere mich, dass der gesamte Prozess sehr schön war.

 

Der IVF-Prozess ist hart. Hat die Erfahrung eure Beziehung beeinflusst?

Natürlich, aber auf eine positive Art und Weise! Wir waren uns näher als je zuvor und haben unsere ganze Hoffnung und Energie darauf konzentriert, dass alles gut geht.

Es war auch gut, dass wir nichts überstürzt haben. Erst zu einem Zeitpunkt in unserem Leben, an dem wir sehr glücklich und zufrieden waren. Unsere Gedanken konnten sich nur darum drehen, ein Baby zu bekommen und unsere Familie zu vervollständigen.

 

Kennt ihr noch andere homosexuelle Paare mit ähnlichen Erfahrungen? Könntet ihr die Bedeutung der LGTB-Gemeinschaft während der Behandlung beschreiben?

Als wir mit der Behandlung angefangen haben, kannten wir niemanden. Und es war ein wenig beängstigend, niemanden zu haben, der etwas Ähnliches durchgemacht hatte und unsere Erfahrungen teilen konnte.

Zum Glück ist die LGTB-Gemeinschaft jetzt, 3 Jahre später, bekannter geworden und es gibt mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz für unserer Art von Familie. Jetzt sind wir Teil einer großen virtuellen Gemeinschaft, mit der wir unsere Ängste, Zweifel und Erfahrungen teilen können.

Welche Tipps könnt ihr zu einer IVF-Behandlung geben? Gibt es genügend Unterstützung und Ressourcen? Fehlt euch eine Plattform, die sich mit diesen Themen beschäftigt?

Jede Unterstützung ist gut und vor allem hilft es, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen und so in Verbindung zu treten. Glücklicherweise haben wir Social Media und unseren Blog, durch den wir mit Familien aus der ganzen Welt in Kontakt treten, die die gleiche Situation durchlebt haben. Das ermöglicht es uns, Freundschaften zu knüpfen, und gibt uns das Gefühl, nicht alleine zu sein.

 

Wie sieht es mit dem allgemeinen Wissen über IVF und Fruchtbarkeitsbehandlungen aus? Wird ausreichend darüber gesprochen oder ist es noch ein Tabuthema? War es manchmal schwierig für euch, Informationen über eure Möglichkeiten zu finden? War es einfach für euch, in eurer Situation Hilfe zu finden?

Ich denke, es ist immer noch ein Tabuthema, besonders bei heterosexuellen Paaren. Es ist offensichtlich, dass ein lesbisches Paar eine Fruchtbarkeitsbehandlung durchlaufen muss, wenn es eine Familie gründen will.

Es war nicht schwer für uns, Informationen über die verschiedenen Reproduktionsmethoden zu finden. Es war eher schwierig, echte Erfahrungen von anderen Paaren zu finden, die diese Behandlung bereits durchlebt hatten und unsere eigene Angst vor dem Unbekannten zu überwinden.

 

Was würdet ihr anderen Frauen oder homosexuellen Paaren empfehlen, die eine IVF ausprobieren wollen?

Ganz wichtig ist es, eine solide Partnerschaft zu haben, in der beide Partner glücklich sind und sich gegenseitig unterstützen. Man sollte sich nicht von sozialem Druck beeinflussen lassen, der einem vorschreibt, wann der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist. Lass deinen Traum wahr werden und lass dir nicht von der Gesellschaft vorschreiben, was richtig ist. Wenn du 35 Jahre alt und noch nicht bereit bist, Mutter zu werden, dann warte lieber und sprich mit deinem Arzt. Man kann Eizellen auch einfrieren lassen. Ärzte können mit ihrem Fachwissen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wähle ein Zentrum, dem du vertrauen kannst. Sprich mit anderen Menschen, die Erfahrung haben, denn sie geben immer die besten Empfehlungen. Und wenn es beim ersten Versuch nicht klappt: Geduld haben und die Hoffnung nicht verlieren.

 

Habt ihr daran gedacht, ein zweites Kind zu bekommen? Würdet ihr euch erneut einer  IVF-Behandlung unterziehen?

Ja, wir denken über ein zweites Kind nach. Am liebsten würden wir in diesem Jahr den ersten Versuch unternehmen.

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