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20. 11. 2018

Social Freezing: durch moderne Technologie zum Wunschkind

Erst der Beruf und dann die Familie: Für Frauen ist Karriere heute ebenso selbstverständlich wie das Muttersein.

Sie sind gut ausgebildet und erfolgreich im Job. Es gibt den Wunsch nach einem Kind; aber erfüllt werden soll er erst dann, wenn die Karriere es zulässt.

So steigt das Durchschnittsalter der Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, stetig an. 2016 waren die Mütter beim ersten Kind im Durchschnitt über 29 Jahre alt – fünf Jahre älter als noch vor vierzig Jahren. Im Hinterkopf läuft jedoch die biologische Uhr. Zusätzlich steigt der Druck der Außenwelt nicht selten durch Äußerungen wie: „Hörst du die Uhr schon ticken?“ oder „Du wirst ja auch nicht jünger“.

Der Einfluss des Alters auf die Fruchtbarkeit

Doch was ist eigentlich das Problem am späten Mutterglück? Stimmt es, dass es mit zunehmendem Alter schwieriger wird, schwanger zu werden? Steigt die Gefahr einer Fehlgeburt oder gar ein geistig beziehungsweise körperlich beeinträchtigtes Kind zu bekommen?

Rein biologisch gesehen nimmt mit steigendem Alter tatsächlich die Qualität und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Eizellen ab. Ein Mädchen wird mit etwa 1–2 Millionen Eizellen geboren, bereits in der Pubertät sind es nur noch rund 400.000 und diese Zahl reduziert sich jährlich um weitere 12.000. Zeitgleich nimmt auch die Qualität der Eizellen ab. Das erschwert die Zeugung. Bereits mit Mitte 20 beginnt die Fruchtbarkeit zu sinken und mit über 40 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft bei unter fünf Prozent. Soweit die reinen Fakten.

Künstliche statt natürlicher Befruchtung

Heutzutage gibt es verschiedene Optionen, die die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen. Bei der IVF, der In-vitro-Fertilisation, was so viel wie Befruchtung im Glas bedeutet, handelt es sich um eine künstliche Befruchtung der Eizelle. Die gesetzlichen Vorgaben erlauben diese Therapieform bei Frauen bis zum 49. Lebensjahr. Ob eine IVF-Behandlung individuell sinnvoll ist, sollte zunächst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Eingefrorene Eizellen als Alternative

Die Qualität der Eizellen nimmt mit fortschreitendem Alter ab. Dies bedeutet im Umkehrschluss, je früher sie entnommen werden, desto besser sind sie. Social Freezing, also das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinischen Grund, hilft, dieses Problem zu umgehen. Ursprünglich wurde die Methode der Eizellenkonservierung für junge, an Krebs erkrankte Frauen entwickelt. Inzwischen wird sie jedoch immer häufiger auch von Frauen genutzt, um sich die Karriere- und Familienplanung zu erleichtern. Die Zahl der Frauen in Deutschland, die auf Social Freezing zurückgreifen, ist von 22 im Jahr 2012 auf 750 im Jahr 2014 gestiegen. Allein dieser starke Anstieg spricht für sich.

Mit Social Freezing können die gesunden Eizellen einer Frau erhalten werden. Dafür wird nach der Entnahmen das Zellmaterial bei ca. minus 196 Grad eingefroren, indem es in flüssigen Stickstoff getaucht wird. Dies stoppt alle physikalischen Prozesse und die Zellen können über Jahrzehnte sicher gelagert werden, um dann bei Bedarf für den Kinderwunsch genutzt zu werden. Damit nimmt Social Freezing den Druck.

Die Entscheidung, auf welchem Weg und mit Hilfe welcher Methode eine Frau schwanger wird, ist individuell zu treffen. Auf jeden Fall sollte vorher der Rat eines Arztes eingeholt werden.

Assistierte FortpflanzungFrauGenetikKindSocial FreezingTechnologie

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